Zeitraffer Festivals

STATION von »Klausenweg«

Die Klause war schon vieles.

In den letzten Jahren vor allem ein Ort für Lebenskultur, Vielfalt und Austausch.

Einen groben Überblick gibt es hier:

2012
Cage und Cola / Festival Cage 100

2013
Königreich Popo / Festival Büchner 200

2015
Datterich Klause / Datterich – ein Darmstädter Festival

2016
Biergarten-Sommer

2017
Garten der Vielfalt

2018
Garten der Vielfalt

Lange Zeit stand die heutige Klause leer, Unmut machte sich breit in der Stadt darüber, diesen Ort so zu vernachlässigen. Glücklicherweise gab es John Cage, dessen Geburtstag, seine Nähe zu Darmstadt und den Internationalen Ferienkursen für Neue Musik und das lächelnde Hinnehmen der zum Teil harschen Kritik an seiner Interpretation von Musik. »Open up your ears«, sagte er friedlich. Sein 100. Geburtstag wurde mit einem großen Festival (Cage 100) und einer wunderbaren Ausstellung auf der Mathildenhöhe gefeiert.

 Chapeau Michi!

Glücklicherweise gibt es aber auch Michi Bode, (Impressario, Entrepeneur und Erfinder von »Cage&Cola«, »Königreich Popo«, »Datterich-Klause«,…). Er hatte den voller Schutt und Abfall verschmutzen Innenraum des ehemaligen Kiosks schon geraume Zeit im Blick und die Vorstellung, wie es wohl sein könnte, daraus einen Sommergarten mit Bar und Grill im bayerischen Biergartenstil zu machen – das muss doch mal laut, deutlich und voller Respekt geschrieben sein.

Glücklicherweise auch, dass dieses große Festival geplant war und mehrere Architekten und Planer (Prof. Kerstin Schultz, Ian Shaw Architekten, Werner Schulz Architekt, Hedwig Wiedemann-Tokarz W.A., Jule Bierlein W.A.) als gute Geister des Veranstalters Darmstädter Architektursommer e.V. vieles ermöglicht haben, wie auch dass die Centralstation so flexibel war, einen sommerlichen Barbetrieb mit allem drum und dran zu organisieren.

Von Cage bis Vielfalt …

Aber zurück zum heutigen »Garten der Vielfalt«: Michi und seine Helfer*innen bestellten Gartenboden und brachten 5-7 cm auf der Fläche aus, legten Rollrasen darauf und liehen große Bambuspflanzen für einen Sommer aus.

Der Zimmermann Jan Schweickert wurde beauftragt, die Podeste zu bauen und er erzählte mir heute (5.9.2018), dass es zwar eine Zeichnung von Prof. Kerstin Schultz gab, er aber versuchte diese an die Schuttberge und Widrigkeiten des Untergrunds anzupassen. Über die Jahre wurde dieses Podest immer wieder mal erneuert, aber in seiner Form steht es immer noch so im Garten. Nicht so der Rasen, er wird gepflegt ( – : Michi!)

Schon ein Jahr darauf konnte Darmstadt wieder feiern: »Büchner200« wurde mit dem »Königreich Popo« ein spektakulärer Festivalsommer. Studierende der h_da Darmstadt unter Anleitung von Professorin Ursula Gillmann gestalteten »ihren« Büchner, der sich an vielen Stellen des Gartens noch heute wiederfindet. Sitzbänke wurden gebaut, die Kräuterwand, Leonce & Lena spielten wieder die Hauptrollen. Dieter Krellmann kam als »Gartenbeauftragter« hinzu und fing an, den Garten mit den Vorstellungen der Studierenden zu verbinden und ihn vielfältiger zu bepflanzen. In den Folgejahren bis heute bleibt er dem »Garten der Vielfalt« verbunden. Als Mitbegründer der Initiative Essbares Darmstadt war dies für die heutige »Klause« hilfreich.

Aus guter Gewohnheit wurde der Biergarten 2014 – im Jahr der Fußball-EM und »Islanda« rufenden chinesischen Reisenden – wieder eröffnet. Die Stadt hatte bemerkt, dass dies ein außergewöhnlicher Ort und Treffpunkt sein kann.

Im Jahr 2015 verbeugten sich die Darmstädter*innen vor ihrem Heimatdichter Ernst Elias Niebergall und der Darmstädter Lokalposse aus dem Jahr 1841 »Datterich« – der Geschichte des »genialen Schnorrers« Datterich, eines entlassenen, versoffenen Finanzbeamten. Die »Datterichklause« als Zentrum des Datterich-Festivals war geboren und geschnorrt wurde, was das Zeug hielt.

Ein feuchtfröhlicher Biergartensommer folgte und der Garten wurde Pflanze für Pflanze artenreicher.

Seit 2017 ist die Initative Essbares Darmstadt die Pächterin der »Klause«.

 

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Erzähl mir was, Historie, Kultur