Torffreie Erde »Terra Preta«

STATION von »Klausenweg«

Das Gold der Erde

»Terra Preta« ist eine sehr fruchtbare Schwarzerde, welche von einstigen Hochkulturen der Indios in Lateinamerika über Jahrtausende hergestellt wurde und heute noch auf großen Flächen vorzufinden ist. In der »Klimainsel Klause« werden fast alle Pflanzen in Terra Preta kultiviert!«

Das »Phänomen« Terra Preta in der »Klause«

Terra Preta do Indio ist einer der fruchtbarsten von Menschenhand hergestellten Böden weltweit. Sie wurde von Forschern erstmalig vor über 30 Jahren im tropischen Regenwald des Amazonasgebietes gefunden. Alte Hochkulturen der Indios haben vor über 1000 Jahren diese Schwarzwerde aus ihren organischen Siedlungsabfällen und Exkrementen hergestellt. Terra Preta wird aufgrund ihrer Eigenschaften als wissenschaftliches Phänomen bezeichnet, da sie noch heute, also mehrere Jahrhunderte nach der Herstellung, immer noch sehr fruchtbar ist und insbesondere, dass sie überhaupt noch vorhanden ist. Unter normalen Umständen hätte diese Erde mit ihrem hohen Gehalt an organischen Materialien unter tropischen Bedingungen (hohe Luftfeuchtigkeit, hohe Temperaturen usw.) längst vollständig biologisch abgebaut sein müssen. Aber genau das passiert nicht!

Die Wiederentdeckung des Verfahrens

Ein kleines Pfälzer Unternehmen, (»Palaterra« am Hengstbacherhof und ein Unterstützer der Initiative Essbares Darmstadt) beschäftigte sich jahrelang mit der Terra Preta-Herstellung. 2006 gelang der Durchbruch: Die Enthusiasten schafften es, die ursprüngliche Methode der Indios nachzuempfinden. Eine erste Pilotanlage wurde 2010 erbaut und mittlerweile gibt und gab eine Vielzahl von Forschungsprojekten mit dem Ziel, die Terra Preta unter dem Gesichtspunkt nachhaltiger Landnutzung und den Wirkungen auf unserer Gartenböden zu untersuchen. Das Bundesumweltministerium bezeichnete die Terra Preta-Herstellung als »Schlüsselinnovation«. Die Terra-Preta-Technologie bietet ein einfaches und einfach anzuwendendes Werkzeug zur Verbesserung von Bodenqualität. Sie kann überall auf der Welt den Kreislauf von Pflanzennährstoffen, Wasser und Humus fördern. Diese »Wundererde« greift gar dem Klimaschutz unter die Arme: Das CO2 durch den aktiven Humusaufbau und die Verwendung von pflanzlicher Biokohle die in Nutzböden eingebunden und verbleibt dort anhaltend.

Der Unterschied der Terra Preta zu Kompost

Im Kompost (aerob – mit Luftzufuhr) zsind vorwiegend ersetzende Bakterien, Mikroorganismen und Pilze aktiv die Ihre zersetzende Arbeit nach dem Einbringen in den Boden nicht beenden. Während der Kompostierung entsteht Wärme und es werden CO2, Ammoniak, Stickstoff, …, in die Luft freigesetzt. Wichtige Nährstoffe wie Phosphat und Nitrat werden hingegen durch Wasser ausgespühlt. Nach einem Jahr ist die Menge des Komposthaufens um mehr als dreiviertel seiner ursprünglichen Menge »geschrumpft«.

Terra Preta hingegen wird anerob, also in einem nach oben verschlossenen Behälter, fermentiert. Ähnlich der Sauerkrautherstellung oder ländlicher Silage kommen hierbei konservierende Bakterien, Pilze und Mikroorganismen zum Zug. Ergänzend und absolut notwendig ist die Zugabe von etwa 10% schadstoffreier Pflanzenkohle. Es werden keine Nährstoffe freigesetzt, sondern bleibend in der Terra Preta gespeichert.

Terra Preta für Stadtgärtner, Garten und Landwirtschaft

Die Ergebnisse aller Untersuchungen zeigen die guten Einwirkungen auf Ertrag, Pflanzengesundheit, Düngereinsparung, Abbau der Bodenmüdigkeit durch vorallen der erhöhten Wasserspeicherung im Boden.
Für Gärtner hat Terra Preta eine hohe Bedeutung und das Gärtnern wird leichter. Durch Terra Preta können sandige Böden humoser oder lehmige, feste Böden aufgelockert werden. Zudem ist eine verbesserte Lebensmittelqualität bei auf Terra Preta gewachsenen Pflanzen festzustellen.

Terra Preta in Darmstadt

Die Terra Preta-Erde von Palaterra finden in fast allen Projekten der Initiative Essbares Darmstadt Verwendung: Angefangen von den Beeten am Osthang der Mathildenhöhe, dem »Vertikalen Garten« (Herrngarten), dem Parcus-Beet (Parkusstrasse), dem AnwohnerGarten am Staatstheater, usw.. Die Darmstädter und wir als Stadtgärtner, haben den großen Vorteil gegenüber anderen Städten und Gemeinden, daß Terra Preta im Kompostwerk Kranichstein der EAD unter dem Namen »Palaterra Stadtgarten« hergestellt wird.

››› EAD-Darmstadt

Weitere Infos:

»Wir machen Boden gut« – die neue Terra Preta, nach dem Vorbild der Indios:
››› Palaterra
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